Tränen zu Weihnachten

Weihnachtswerbung von NIVEA.

Die subtile implizite (explizite?) Botschaft ist derart brandgefährlich, dass ich auch versuche, dies aufzuzeigen. NIVEA hat es fertiggebracht, zu Weihnachten die Gefühle der Väter und Kinder zu verletzen, die keinen Kontakt miteinander haben können/dürfen/sollen. Dies zeigt sich auf NIVEA’s Seiten bei Youtube, Facebook, aber auch Twitter wird sehr häufig genutzt, um seinen Unmut auszudrücken.

Doch was ist denn so falsch an dem Werbespot von NIVEA? Der ist doch zuckersüss der Kleine, die Hintergrundmusik drückt auf die Tränendrüse, äusserst emotionales und professionelles Drehbuch und am Schluss haben sich alle lieb. Alle? Nein, der Vater existiert nicht in diesem Spot. Weder als Person, noch als Wunsch des Kindes. Er existiert schlichtweg nicht. Ausradiert. Gelöscht. Inexistent. Ungewollt.

Natürlich haben das die Mainstream-Medien bisher nicht aufgegriffen. Genderismus inklusive Auslöschung der Väter ist toll. Solange die Mutter da ist und wohl auch nur die Grosseltern mütterlicherseits (politisch korrekte Annahme meinerseits). Familie, der allergrösste Wunsch der Kinder. Väter hin oder her. Alles und alle sind austauschbar, Väter spielen in dieser konstruierten Werbewelt keine Rolle mehr. Vielleicht noch als Überweiser der Alimente aufs Bankkonto am Ende des Monats. Ansonsten unsichtbar, normal so. Man stelle sich solch einen Spot einmal mit umgekehrten Vorzeichen vor. Beispiel: Coca Cola würde dasselbe Drehbuch verwenden, einfach ohne die Mutter und ohne den Wunsch des Kindes nach der Mutter zu Weihnachten. Dafür wäre der Vater, die Tante und die Grosseltern im Spot als Familie dargestellt, und die Kleine wünscht sich alles, nur nicht die Mutter oder den Kontakt zur Mutter. Die offizielle Begründung für das Fehlen der Mutter im Werbespot von Coca Cola wäre: Das wichtigste und schönste Weihnachtsgeschenk ist die Familie. Dies ist die Botschaft, die der Film auf emotionale Weise vermittelt. Coca Cola ist eine Familienmarke, die viele Menschen seit Jahrzehnten begleitet. Die Gesellschaft hat sich in dieser Zeit ebenso verändert, wie das klassische Familienbild. Konstant wichtig bleiben da Werte wie die Familie und Freunde sowie die Anlässe, zu denen die wichtigsten Menschen zusammen kommen. (frei nach Begründung von NIVEA auf deren Youtube-Germany-Seite).

Welch #Aufschrei ginge da durch den Blätterwald. Frauenorganisationen stünden auf der Strasse, protestierten zusammen mit FEMEN vor dem Hauptsitz der Coca Cola Beverages. Und die Leitmedien würden Coca Cola öffentlich brandmarken und verurteilen. Schnell ginge ein Entschuldigungsschreiben von Coca Cola vom Stapel und der betroffene Werbespot würde umgehend zurückgezogen, die Verantwortlichen im Marketing und PR freigestellt. Nicht so im vorliegenden Fall. Online wird man dazu von den Verantwortlichen nichts mehr erfahren bis im neuen Jahr. Vielleicht aber auch gut so.

Nein, gegen diese verletzende und diskriminierende Sicht wehre ich mich vehement. Gerade zu Weihnachten. Für die Kinder, aber auch für die betroffenen Väter und Mütter. Dieser Spot ist nicht niedlich, er ist im übelsten Masse böse und spielt mit den Gefühlen der Familien. Inklusive Mütter, die den Vater als Notwendigkeit für die Entwicklung ihres Kleinen sehen. Tränen zu Weihnachten, NIVEA hat es geschafft.

Es grüsst
Karl Müller

Unterstützt bitte die Onlinepetition:

https://www.openpetition.de/petition/online/vaeterdiskriminierende-weihnachstwerbung-der-beiersdorf-ag-einstellen