Männer unerwünscht?

Aus aktuellem Anlass beschäftige ich mit mit Internetseiten von Firmen und Jobportalen. Dabei stosse ich vor allem bei grösseren Firmen immer wieder auf „Diversity“ Seiten, die teilweise schonungslos offenbaren, welches Geschlecht denn nun gerade in Führungsjobs, gesucht wird. Mit dem provokanten Titel „Männer unerwünscht?“ möchte ich meinem Gefühl Ausdruck geben, das sich beim Lesen dieser Seiten eingestellt hat. Als stellensuchender Mann treffe ich nun also auf folgende Aussagen.

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Frauen – powered by Bosch!
Frauenförderung ist kein Programm, sondern eine Denk-
weise, die wir verbreiten. Bosch macht sich für Frauen stark.

http://www.bosch-career.at/content/language1/html/3039.htm

Macht sich Bosch nur für Frauen stark?

Bei Novartis wird die Lohngleichheit regelmässig überprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass bei Novartis Lohngleichheit gelebt wird und gemäss Datenerhebung für 2013 Frauen sogar leicht höhere Löhne als Männer aufweisen

http://www.novartis.ch/de/careers/DiversityInclusionSchweiz/diversity-and-inclusion-de.shtml

Das geht aber noch besser! Frauen sollten doch deutlich höhere Löhne als Männer aufweisen.

Wir möchten den Frauenanteil in Führungsfunktionen in der Bank weiter erhöhen und führen gezielt Initiativen durch, um talentierte weibliche Fachkräfte zu gewinnen. So zeigen sich unsere Bemühungen zur Frauenförderung etwa in den verschiedenen Mentoring-Angeboten und frauenspezifischen Lernprogrammen.

https://www.credit-suisse.com/responsibility/de/employer/gdi_strategy.jsp

Selbstredend sind Männer von solch „frauenspezifischen Lernprogrammen“ ausgeschlossen.

Advance’s goal is to offer talented women from member organisations targeted activities that will help them reach their career objectives.

http://www.swissre.com/about_us/diversity/Promoting_gender_diversity_in_Switzerland_with_Advance.html

Talentierte Frauen sollen also unterstützt werden, ihre Karriereziele zu erreichen. Was ist mit den Männern?

Healthy Couple 7

Das waren bloss 4 Beispiele, die sich Frauenförderung auf die Fahne schreiben. Wie diese umgesetzt wird, ist noch eine andere Frage, jedoch bleiben männliche Kandidaten bei strikter Umsetzung zwangsläufig auf der Strecke. Auch bei gleichen Voraussetzungen. Oder wie es auf wikimannia.org formuliert wird:

Gleichstellung ist, wenn leistungsstärkeren Sportlern solange mehr und höhere Hürden in den Weg gestellt werden, bis die leistungsschwächeren Sportler zeitgleich im Ziel einlaufen. (Frauen im Sport) Das Maß wäre dann nicht der Schnellste, sondern der Langsamste. Alle andern müssen behindert werden und zwar umso mehr, je mehr sie sich anstrengen. Dabei stellt sich die Frage, ob man in dem Szenario überhaupt noch jemanden motivieren kann, sich anzustrengen.

  http://de.wikimannia.org/Gleichstellung

Der Trend ist also eindeutig. Frauen sind bei vielen Unternehmen nicht einfach als Arbeitskraft gewünscht, sie werden auch mit entsprechender Sonderbehandlung gefördert. Massnahmen, an denen Männer nicht teilnehmen können, alleine aufgrund ihres Geschlechts. Doch nicht alle formulieren die Diversityinhalte gleich. Ich habe doch noch eine erfreuliche Formulierung gefunden, mit der ich den heutigen Beitrag abschliessen will:

Weder potentielle Kandidaten noch Mitarbeiter erfahren eine Sonderbehandlung aufgrund von Herkunft, Hautfarbe, Nationalität, Religionszugehörigkeit, Geschlecht, Familienstand, Alter, Behinderung, gewerkschaftlicher Zugehörigkeit oder Engagement für eine bestimmte Sache.

http://www.xerox.com/jobs/diversity/dech.html

 

Es grüsst

Karl Müller

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