Können Männer sexuell belästigt werden?

Liebe Freunde

Strand
Bildquelle: © Magdan Tania | Dreamstime Stock Photos

Ich befinde mich gerade in den Ferien an einem warmen und lauschigen Ort. Und beim Anblick der knapp bekleideten Frauen mache ich mir Gedanken zum Thema sexuelle Belästigung. Sexuelle Belästigung, darunter fällt heute ja auch bereits in Europa so vieles. Der Trend aus Amerika geht da aktuell noch ein wenig weiter. Da reicht es schon, wenn man einer (feministischen) Arbeitskollegin im Lift ein Kompliment macht, das ihr Äusseres betrifft. Und damit meine ich nicht so plump wie der Brüderle-Spruch, sondern anständig und ehrlich gemeint. Schon hat man mit Konsequenzen zu rechnen, die auch vor arbeitsrechtlichen Sanktionen nicht Halt machen. So weit so gut. Dass sich diese Szenerie natürlich immer nur in eine Richtung abspielt, das machen uns die Medien und die Gehirnwäsche der Feminismusindustrie glauben. Kaum jemandem scheint es bisher in den Sinn gekommen zu sein, dass auch Männer sich belästigt, ja sexuell belästigt fühlen könnten. Dabei geschieht das täglich und manchmal in einem unerträglichen Masse. Natürlich ist das, wie auch bei den Frauen, eine Sache der eigenen Empfindung. Die einen stört es eher andere weniger. Mir geht es darum hier nicht um die allgemeingültige Definition, ab wann es nun sexuelle Belästigung ist. Sondern mit geht es darum, die Sicht der Männer in dieser sexualisierten Welt aufzuzeigen. Nicht die Sicht im Sinne von Einstellung, sondern die Begegnungen und potentiellen sexuellen Belästigungen, der wir wiederkehrend ausgesetzt sind. Und vorneweg: Wegschauen ist kein schlechter Tipp, aber bei dem Angebot“ funktioniert das noch lange nicht immer. Geschweige denn, wenn man beruflich oder sozial nicht ausweichen kann.

Ich gebe es zu: Immer wieder fühle ich mich sexuell belästigt. In vielen Fällen habe ich keine Möglichkeit auszuweichen. Frauen, die nicht mehr wissen, was oder ob sie überhaupt etwas mit Stoff abdecken möchten. Oder Frauen, deren Kleidung in keinem Punkt mehr von einer Prostituierten abweicht. An den unpassendsten Orten mit den unpassendsten Kleidern. Es mag sein, dass viele Männer von solchem Auftreten weiblicher Geschöpfe nicht genug kriegen können. Genau wie von der Pornographie. Aber es gibt auch Männer, die nicht ständig das Bedürfnis haben, die unbekannte Frau im selben Zugabteil von ihrer intimen Seite“ kennenzulernen. Und für die ist das definitiv eine sexuelle Belästigung.

Da erzählte mir eine Mitarbeiterin enerviert, wie sehr sie sich über Männer aufrege, die im Fitnessstudio ihr beim Training auf dem Stepper zugeschaut hätten. Oder wohl besser sie angestarrt hätten. In meinem inneren Auge habe ich sofort eine Horde junger, testigeladener Männer gesehen, die sabbernd dieser jungen attraktiven Frau auf dreisteste Weise ihre Geilheit kundtaten. Doch nach kurzer Zeit fragte ich mich die Tabufrage schlechthin: Was hatte diese junge Frau denn an Kleidung getragen? Oder andersrum: Spielt es eine Rolle, was eine Frau trägt und wie dann die Reaktionen entsprechend ausfallen? Natürlich! Und schon war ich selber in die dreiste Feminismusfalle getappt. Mann = Täter, Frau = Opfer. Mann = verantwortlich, Frau = keine Verantwortung. Meine Güte! Natürlich spielt es eine Rolle wie Frau sich kleidet und wie Frau sich verhält. Aber es ist das ewige Lied des Feminismus, dass Frauen alles dürfen sollen, die Verantwortung oder Konsequenzen tragen die anderen, also die Männer. Die Männer sind ja selber schuld, wenn sie schauen. Ein Mann ist auch selber schuld, wenn er Hunger oder Durst hat. Eine Frau eben nicht. Die infantile Feminismusbewegung hat den Frauen und Männern eingetrichtert, dass Frauen in der Geschlechterinteraktion tun und lassen können was sie wollen, ohne Konsequenzen dafür tragen zu müssen. Und sollte dann doch wider Erwartens eine in der Empfindung der Frau unangemessene Reaktion kommen, ist Frau zuerst verstört und dann empört über die Unfähigkeit des Mannes, einfach wegzuschauen. Was für eine Welt! Das Prinzip von Actio und Reactio ist in der lila Welt ausser Kraft gesetzt worden. Wenn ich einen Boomerang werfe und der tatsächlich zu mir zurückfliegt, so ist das die Schuld des Boomerangs. Er hätte ja auch weiterfliegen können.

Es grüsst

Karl Müller