#HeForShe oder wenn man Männer für dumm hält

Liebe Freunde

Schon sehr viel wurde bereits über diese unsägliche Kampagne der UNWomen geschrieben. Dennoch erlaube ich mir, auch noch meine Perspektive dazu zu äussern, da es ein wichtiges Thema ist und wir Zeuge einer neuen Taktik des feministischen Machtapparates geworden sind. Bei der Analyse dieser Kampagne ist zu beachten, dass dieselbe nicht erst mit dem Speech von Emma Watson lanciert worden ist, sondern bereits im Juli in der Presse bekannt geworden ist. Emma Watson ist also schon länger  Botschafterin dieser Kampagne. Da musste nun wohl noch etwas Zündstoff nachgeschoben werden, damit der Ofen doch endlich richtig heiss wird.

https://www.unwomen.de/un-women-international/internationale-kampagnen-von-un-women.html

Der Speech von Emma Watson begann sehr gut und ich war komplett überrascht, dass tatsächlich mal jemand den Mut hatte, die Dinge beim Namen zu nennen. Dennoch blieb meine kritische Haltung und die wurde später auch bestätigt. Wow-Beispiele der Rede in folgendem Auszug:

I was appointed as Goodwill Ambassador for U.N. Women six months ago and the more I’ve spoken about feminism, the more I have realized that fighting for women’s rights has too often become synonymous with man-hating. If there is one thing I know for certain, it is that this has to stop.“

Da darf man doch darum bitten, dass der Männerhass, getrieben durch die feministische Mainstream-Presse und -Politik, gestoppt werden muss. Emma Watson aber zählte sogar Problembereiche von Männern auf, die seit Jahrzehnten bekannt sind und geflissentlich ignoriert oder halbwegs lächerlich gemacht werden:

Men, I would like to take this opportunity to extend your formal invitation.“ [Applause break] „Gender equality is your issue too. Because to date, I’ve seen my father’s role as a parent being valued les by society despite my needing his presence, as a child, as much as my mother’s. I’ve seen young men suffering from mental illness, unable to ask for help, for fear it would make them less of a men—or less of a man. In fact, in the U.K., suicide is the biggest killer of men, between 20 to 49, eclipsing road accidents, cancer and coronary heart disease. I’ve seen men made fragile and insecure by a distorted sense of what constitutes male success. Men don’t have the benefits of equality, either.“

Wow, als sie dies sagte war ich doch baff. Und darum steht sie da und lanciert diese Kampagne? Endlich alle am gleichen Strick ziehen und auch heftigste Männerthemen anbringen und gemeinsam lösen? Männer auch endlich gleichberechtigen und die Misandrie in der Gesellschaft ächten? Genau mein Ding! Doch es kam anders (war eigentlich klar, oder?). Diese Phrasen sollten lediglich als Lockmittel dienen, um möglichst viele Männer zum Unterzeichnen der Online-Seite auf http://www.heforshe.org/ zu bewegen. Um möglichst vielen Menschen vorzugaukeln, dass es hier tatsächlich darum geht, Männer und Frauen gleiche Rechte und gleiche Chancen zu geben. Doch weit gefehlt. Die Kampagne #HeForShe zielt einzig und alleine auf Frauenthemen ab, Männer dürfen dienen und solidarisch sein, ihren Problemen aber wurde im Speech von Emma Watson genug Aufmerksamkeit geschenkt. Damit hat es sich erledigt und einige tausend Unterschriften sind gebucht. Zudem wurde damit eine moralische Wand aufgebaut, die Kritik gleich im Keim ersticken sollte. Wer kann schon dagegen sein, dass Mann und Frau #equalrights haben dürfen? Nur Spackos. Doch der Plan ging nicht ganz auf wie die Debatte in den sozialen Medien zeigt.

Auf der Homepage der UNWomen wird zudem rasch klar, wohin der Zug rollt. In der Einleitung säuselt man zwar wiederum:

https://www.unwomen.de/un-women-international/internationale-kampagnen-von-un-women.html

UN Women holt Männer und Jungen an Bord! „Es sollte eine Zeit sein, in der Frauen und Männer, Jungen und Mädchen solidarisch zueinander stehen.“

Nochmals WOW! Doch im nächsten Abschnitt die klare Botschaft: Jungen und Männer, dient unseren feministischen Zielen, eure Probleme sind uns egal:

Die Kampagne soll das Engagement von Männern und Jungen fördern, sich für die Gleichstellung der Geschlechter und die Stärkung der Rechte von Frauen einzusetzen. – Ihre Stimme ist kraftvoll und einflussreich! Sagen Sie uns, wieso sich der Einsatz für die Rechte von Frauen lohnt und nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

Dankeschön! So läuft also der Hase. Männer und Jungen an Bord holen, damit sie helfen die feministische Agenda durchzubringen. Häkchen zu machen hinter all den ToDo’s der feministischen Agenda. Die Erkenntnis, dass Männer auch leiden und Opfer sind ist Makulatur. Veränderung ist nicht nötig, respektive nur bei Frauenthemen und da sollen Männer und Jungen endlich an Bord kommen und tun, was die Feministinnen wollen. Das ist die neue Taktik. Es wird nicht mehr nur schroff nach Frauenförderung und Männerdiskriminierung gerufen, sondern man zeigt scheinbar Verständnis für Männer durch schöne Worte, die Taten dahinter aber sind die altbekannten. Frauen bevorzugen und Massnahmen nur für Frauen starten, Männer diskriminieren und ihre Probleme weglächeln. Für wie blöd halten die uns eigentlich? Für ziemlich blöd. Und Chats auf Twitter von mir mit Feministinnen an diesem jenen Abend zeigen, es funktioniert. Kaum jemand der Männer aber auch viele Frauen haben wirklich begriffen, dass die säuselnden Worte nur dazu dienten, die feministische Agenda zu forcieren und damit wieder die Regierungen der Nationalstaaten unter Druck zu setzen, doch endlich Frauen noch mehr zu fördern und vor den bösen Männern (wovor sonst?) zu schützen. Alleine der Blick auf den Titel der Kampagne #HeForShe hätte eigentlich gereicht zu verstehen, aber bei so viel positiven Emotionen schaltet manchmal auch der Verstand aus. Doch was ist eigentlich mit den genannten Themen der Männer? Wo sind die in dieser Kampagne? Plötzlich uninteressant, keine Aktion wert.

Leider verfügen wir nicht über die Millionen-Budgets der UNWomen Institutionen. Die wurden offenbar auch angeleitet, den Hashtag auf Twitter gleich mal positiv zu besetzen. UNWomen Offices aus der ganzen Welt twitterten an diesem Tag wie verrückt und priesen die #HeForShe Kampagne als die Lösung zur wirklichen Equality und säuselten, dass doch richtige Männer unterschreiben sollten. Man kann das auch emotionale Erpressung nennen. An Männern, die sowieso schon durch die Gesellschaft und Politik diskriminiert und marginalisiert werden.

Darum meine Hashtag-Empfehlung zum Thema:#boycottheforshe #weforall #womenagainstfeminism #Mogelpackung

Es grüsst

Karl Müller

 

EDIT: Es läuft ja eine Diskussion, wie die folgende Passage des Textes von Emma Watson verstanden werden kann. Ich habe interpretiert, dass sich Emma Watson in ihrer Rede in der Tat für Männeranliegen einsetzt, andere meinen, sie habe lediglich bedauert, dass Feminismus mit Männerhass gleichgesetzt werde. Dazu habe ich einen native english speaker um sinngemässe Interpretation gefragt, worauf er (@Fidelbogen bei Twitter) geantwortet hat:

She is using double talk. She means that feminism needs to clean up its public image, and not appear so man-hating. So, the man-hating core of feminism must be more effectively hidden.

Das wiederum zeigt die Rede von Emma Wtson in einem anderen Licht. Nämlich als unehrlich und manipulativ, selbst dieser Part, den ich positiv interpretiert hatte. Insofern ist dann der Titel der Kampagne #heforshe wieder konsequent, wenn auch sehr bedauerns- und verurteilenswert.