Doppelmoral der Lauterkeitskommission?

Nachtrag 09.05.2015:

Die Lauterkeitskommission hat das „Beschwerdeschreiben“ an die Firma Möbel Dick zur Stellungnahme weitergeleitet. Sobald dies vorliegt, werde ich es erhalten und Euch dann über das weitere Vorgehen informieren.

Karl Müller

 

Liebe Freunde

Wieder mal wurde mir eine interessante Sachlage zugestellt.

Die schweizerische Lauterkeitskommission, das Pendant zum deutschen und österreichischen Werberat, ist nicht bekannt dafür, Frauen und Männer in anstössigen (sexistischen/geschlechterdiskriminierenden) Werbungen nach Grundsatz 3.11 gleich zu behandeln. So wurden Beschwerden von Männern, Irrtum vorbehalten, allesamt abgelehnt, währenddem bei Beschwerden von Frauen deutlich häufiger ein Eintreten oder sogar eine Rüge erteilt wurde.

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Nun hat ein Freund von mir eine Werbung des „Möbel Dick“, die auf TeleZueri in der Schweiz läuft, bei der Lauterkeitskommission wegen Verstosses gegen Grundsatz 3.11 beanstandet. Er hält mir gegenüber fest, dass ihn diese Werbung grundsätzlich nicht wirklich stört, respektive er mit der Freiheit der Werbung gut leben kann, solange sich aber diese Freiheit auf beide Geschlechter bezieht, was aus meiner Sicht heute klar nicht gegeben ist. Darum machen wir mal wieder die Probe auf’s Exempel und ich werde an dieser Stelle auch die „Beurteilung“ der Lauterkeitskommission veröffentlichen. Alles andere als eine Ablehnung der Beschwerde wäre eine erfreuliche Überraschung. Hier die Begründung im O-Ton:

In diesem Clip wird dargestellt, dass Männer, in dem Fall Möbelauslieferer, den Frauen zu dienen haben. Dass Möbelauslieferer Möbel direkt nach Hause liefern ist natürlich keine Seltenheit. Auch dass beinahe 100% Männer diese Tätigkeit ausführen. Es besteht grundsätzlich ein natürlicher Zusammenhang zwischen Möbellieferanten und Kunden. Aber die Darstellung zeigt eine Dame AUF dem Sofa sitzend, die Männer schikanierend hin und her befiehlt, und nun kommts, damit sie einen direkten Blick auf ihre Männerstatue mit entblösstem Geschlechtsteil im Garten hat. Damit ist kein natürlicher Zusammenhang mehr gegeben, sondern klar eine unlautere, da geschlechterdiskriminierende und entwürdigende Werbung vorliegend. Humorvoll ist diese Werbung nicht.
Der Clip ist sexistisch, da er Männer als Hilfskräfte für die Wünsche der Frau degradiert, Männer als Sexobjekte darstellt (Statue) und damit Stereotype zementiert und fördert. Dies beweist sich, da die Dame AUF dem Sofa sitzt, was die Last für die tragenden Männer massiv erhöht, was auch an den Gesichtsausdrücken deutlich erkennbar ist. Das Ziel, die Männerstatue mit entblösstem Geschlechtsteil im Blick zu haben, und dafür die Männer pedantisch hin und her zu befehlen, untermauert den sexistischen Tenor dieser Werbung. Damit ist kein natürlicher Zusammenhang gegeben und die Werbung ist unlauter. Es reduziert im Übrigen auch die Frau, die damit als unfähig und nicht selbständig gezeigt wird, sowie lediglich den Blick auf die nackte Männerstatue haben will.
Diese Werbung ist misandrisch da sie die Würde des Mannes verletzt (Diener und Sexobjekt), stellt die Frau in ein Prinzessinnenverhalten und ist daher geschlechterdiskriminierend.
Ich ersuche die Lauterkeitskommission um genaue Beurteilung und um einen entsprechenden Beschluss und Sanktionierung gegen diese Werbung nach Grundsatz 3.11.

Die Begründung wurde aus früheren Urteilen gegenüber Frauen in Werbungen detailliert analysiert und wieder verwendet. Daher ist das Objekt, Mann/Frau, beliebig austauschbar und müsste eigentlich auch zum selben Resultat führen.

Schauen wir, mit welchen Ellen da wieder gemessen werden, angesichts der bisherigen „Urteile“ dieser Kommission. Update folgt!

Es grüsst

Karl Müller