Wann ist der Mann ein Mann?

Liebe Freunde

Nein, ich muss Euch enttäuschen. Die Frage im Titel dieses Beitrags werde ich hier nicht beantworten. Dafür habe ich sonstige Leckerbissen aus der Gender- und Feminismusküche für Euch vorbereitet. Der Beitrag ist etwas länger geraten als sonst, aber ich kann Euch herzlich empfehlen, bis zum Schluss zu lesen.

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Nach einem überraschend neutralen Beitrag (Die Frau will keinen Unisex) im feministischen Mamablog folgen darauf gleich zwei (!) feminismusaffine Repliken. Die erste kann man mit Ausnahme des Lächerlichmachens (jöö, wirklich) der nichtfeministischen Strömung noch unter halbwegs erträglich abbuchen, die zweite entspricht dann schon sehr dem Alltag im feministischen Mamablog des Tagesanzeiger, wo frau übrigens nach wie vor meine regelkonformen Beiträge zensiert. Auf diese Replik möchte ich jetzt auch etwas genauer eingehen, denn sie offenbart sehr klar, wie dogmatisch, wirr und intolerant die feministische als auch die genderistische Denkweise ist.

Hart aber unfair?

Der Autor Nils Pickert zieht zuerst standesgemäss über die „Hart aber fair“ Sendungen zum Thema „Gender“ her. Darüber wurde aber in den sozialen Medien schon ausführlich berichtet und zusammengefasst muss auch von neutraler Seite eingestanden werden, dass sich die Genderwahn-Fraktion sehr schlecht geschlagen hat. Was aber bei fehlenden schlagkräftigen Argumenten und ständiger persönlicher Beleidigung und Unterbrechung des Gegenübers auch keine Überraschung ist. Danach lässt sich der Autor darüber aus, dass Menschen Gleichheit, Gleichberechtigung und Gleichmacherei verwechseln, um dann im ganzen Artikel nur noch die Gleichmacherei aus seiner Sicht zu thematisieren. Er bezieht keine Stellung, welche Unterschiede denn der Feminismus/Genderismus hier macht, sondern belässt es bei der Unterstellung, dass Menschen diese Begrifflichkeiten eben nicht verstehen und dauernd verwechseln würden.

Sexistisch und reaktionär

Den erwähnten Abschnitt im Artikel beschliesst der Autor mit folgender Aussage:

Oder der ständige Vorwurf, Feminismus betreibe Gleichmacherei und würde bestehende Geschlechterunterschiede zwanghaft nivellieren wollen.

Mein lieber Herr Gesangsverein. Wenn denn etwas punkto Feminismus zutrifft, dann dies! Der gelebte Feminismus und speziell auch der Genderismus wollen und erzwingen genau das. Auch wenn sie vorgeben, je nach Standpunkt über 4000 (sozial konstruierte) Genders erkannt zu haben, so leben sie eben nicht die proklamierte Freiheit, sondern sie nivellieren die Menschen möglichst auf ein geschlechtsloses Neutrum, das keine geschlechtsspezifischen Merkmale haben darf. Erst die moderne Hirnforschung hat selbst bei Feministinnen ein Kompromissdenken bezüglich Unterschiedlichkeit gebracht. Alles Aussprechen derjenigen ist jedoch weiterhin sexistisch und reaktionär. Dafür gibt es eigens „Watchblogs“ beispielsweise bei Twitter, die jegliche geschlechtsspezifische Werbung/Aussage an den virtuellen Pranger stellen. Nur ja nicht unterscheiden, das läuft der Ideologie des Genderismus entgegen. Dabei übersehen sie willentlich, dass die Unterschiede von Mann und Frau eben nicht durch geschlechtsspezifische Werbung wie beispielsweise bei Spielzeug geschaffen, sondern höchstens verstärkt werden. Dazu gibt es übrigens anerkannte Studien, die auch in der Reportage Das Gleichstellungs Paradox konkret benannt und aufgezeigt werden. Keine marktabhängige Firma definiert ihre Zielgruppe nach ideologischen Standpunkten, sondern nach rein marktwirtschaftlichen, also erfolgsversprechenden Kriterien. Die totalitären Ansätze der Feministen und Genderisten schaffen nun recht erfolgreich ein gesellschaftliches Klima, das eine Betonung der Geschlechtlichkeit und deren Unterschiede ächtet. Über diesen Umweg soll der Markt, also der Käufer entsprechend konditioniert werden, auf Unisex-Produkte auszuweichen und jegliche Geschlechtszuordnung anzuprangern. Beispielsweise die Farbe rosa für Kleidungsstücke für Frauen oder in rosa Farbe beworbene Produkte wie Spielsachen sollen gesellschaftlich bedrängt und ausgeschlossen werden, damit ändert sich nun auch zwangsläufig die Orientierung der marktabhängigen Firmen. Wer sich nicht daran hält, kassiert einen Shitstorm. Die Systemmedien spielen schön unreflektiert und damit unkritisch mit. Einige fördern dieses Machtspiel sogar noch.

Die einfältige Vielfalt

Die Ergebnisse sind heute schon überall zu sehen. Neben den Shitstorms mit Twitter Hashtag #ichkaufdasnicht sind mittlerweile Grossfirmen mit einem Heer an Diversitybeauftragten ausgestattet, die für „Ordnung“ im Handeln und Denken der Mitarbeiter sorgen sollen. Man plakatiert Vielfalt, nivelliert aber das Denken. Du glaubst das nicht? Dann betone doch mal gerade als Mann die männlichen Stärken oder erwähne auch mal die Unterschiede im emotionalen Denken und Empfinden der Männer und Frauen (ja, es gibt immer auch Unterschiede und Gegenbeispiele) und du wirst sehr schnell am eigenen Leib erfahren, wie weit her es mit der Vielfalt ist. Oder hinterfrage mal, weshalb es zwar massenhaft Fördermassnahmen und Geldtöpfe für Frauenkarrieren gibt, für Männer aber nichts Vergleichbares? Weshalb die United Nations UN zwar einen florierenden Zweig UN-Women durchfüttert, es aber keinen vergleichbaren UN-Men Zweig gibt? Haben Männer denn keine Probleme oder leiden unter menschlichen (!) Schwierigkeiten?

Die vielgerühmte Vielfalt ist eine Täuschung. Bedingt durch den Tugendterror der Feministen und Genderisten, folgt nach und nach auch die Gesellschaft und damit der gehirngewaschene Bürger. Das hat heute bereits System, indem bei den Kindern mit der Gehirnwäsche begonnen wird und durch den akuten Männermangel in der Adoleszenzphase noch verstärkt wird. Dazu kommt die einseitige Berichterstattung der Medien und die Prioritätensetzung der Gender-Politik, die auf den ersten 10 Plätzen durch Frauenthemen besetzt ist. Danach reicht dann das Geld nicht mehr, um auch Männerthemen anzugehen. Man kann das generell auch Top-Down-Approach nennen, also die Menschen müssen von der Elite zu ihrem Glück gezwungen werden. Und wenn sie es nicht begreifen wollen, so ist das erst recht ein Beweis, dass die Ideologie richtig ist. Und ein Grund mehr für weitere Millionenbudgets zum Wohle aller.

#KillallMen

Im darauf folgenden Abschnitt behauptet Nils Pickert dann, dass die Gleichmacherei durch diejenigen betrieben werde, die Frauen und Männer eben als in vielen Punkten unterschiedlich erkennen. Sie würden schliesslich sagen, dass ALLE Frauen gleich seien und alle Männer ebenso. Im Original liest sich das so:

Die tatsächliche (Binnen-)Gleichmacherei betreiben diejenigen, die Männer und Frauen in Geschlechtshaft nehmen und verkünden, dass Jungs nun einmal Jungs sind und Mädchen eben Mädchen. ALLE.

 Rhetorisch weniger elegant, verkehrt der Autor schliesslich einfach die Kritik an der Gender-Ideologie in ihr Gegenteil. Nicht die Genderanhänger würden Gleichmacherei betreiben, sondern deren Kritiker. Abgesehen von der Vorgehensweise, so ist das auch inhaltlich komplett falsch. Mainstream ist eben eine Hauptströmung, nivelliert in eine Richtung fliessend. Also nichts von Vielfältig und Andersartig. Kein Mensch, wirklich kein Mensch würde sagen, dass jeder Mann genau gleich und auch jede Frau gleich wie allen anderen Frauen seien. Und trotzdem gibt es statistische Häufigkeiten, wonach Frauen (gleich einer signifikanten Mehrheit von Frauen) sich eben frauentypisch verhalten, wie das auch die Männer ihrerseits tun. Wenn also jemand von den Frauen spricht, so bedeutet das nicht, dass damit alle Frauen absolut und genau gleich gemeint seien. Sondern es ist eine sprachliche Vereinfachung, die aber mit dem Hintergrund einer signifikanten Häufigkeit begründet ist. Hingegen ist es eben genau der Feminismus, der die Geschlechtergruppen dann in Männer und Frauen pauschal unterteilt, wenn es darum geht, Frauen per se als Opfer und Männer per se als Täter darzustellen. Einige Vertreter dieser Strömung gehen noch weiter und fordern in den sozialen Medien wie Twitter unter dem Hashtag #killallmen die Internierung oder gar Eliminierung aller Männer. Vielleicht hatte der Deutsche Justizminister Heiko Maas auch diese Art Hass im Hinterkopf, als er sich gegen Hass in Facebook äusserte (man darf ja mal träumen…). In diesen Fällen verzichten die Vielfältigen dann sehr schnell auf eine Differenzierung, die sie bei ihren Kritikern doch so gerne vermissen und pauschalisieren was das Zeug hält. Auch bei der Lohndiskriminierungslüge wird in der Schweiz argumentiert, solange Frauen noch nicht gleich viel oder mehr verdienen, solle das Renteneintrittsalter nicht gleichgestellt werden. Was für eine sachfremde und im Kern infantile Argumentation. Ätsch bätsch Niveau.

Die weibliche Zukunft

Den Vogel schiesst Nils Pickert aber gegen Schluss der Replik mit folgender Aussage ab:

In einem Punkt hat Andrea Schwarz-Barek allerdings recht: Männer sind in der Tat zunehmend verwirrt, wenn nicht gar verzweifelt darüber, wie schwierig es sich gestaltet, ihre Rolle zu finden. Das liegt daran, dass sich die Gesellschaft mittlerweile an einem Punkt befindet, an dem Eigenschaften, die man traditionell eher im Weiblichen verortet, stärker gefragt sind: Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Teamwork, lange Phasen stiller Aufmerksamkeit, Mitgefühl, Achtsamkeit.

Na mein lieber Herr Pickert, wie war das nun schon wieder mit der stereotypischen Zuordnung von nicht zwingend biologischen Geschlechtsmerkmalen? Das sehen wir sehr gut in der Praxis. Die durch Feministen pauschalisierte Gruppe der Frauen und Männer wird dann plötzlich nützlich, wenn es darum geht, Vorteile für DIE Frauen zu erzwingen und DIE Männer in die böse Ecke zu schieben oder eine gesetzliche Diskriminierung zu rechtfertigen (Frauenquote). Förderprogramme, Gleichmachungsmassnahmen sind alle auf das biologische Geschlecht zugeschnitten, um es in der Sprache der Genderisten zu sagen. Also Mann auf der einen, Frau auf der anderen Seite. Frau hat per se diese Eigenschaften, also muss die Gruppe Frauen (=alle!) gefördert und im Alltag die andere Gruppe (=die Männer), „positiv“ diskriminiert werden. Männer, die auch stärker ausgeprägte weibliche Attribute in sich tragen, haben Pech. Sie sind quasi in Geiselhaft der Gender- und Feminismusideologie.

Was zeigt uns dies nun? Mir persönlich wird dadurch erneut bewusst, wie wirr die Vertreter dieser fanatischen Ideologie argumentieren. Es ist aber nicht einfach nur wirr, sondern es zeigt sich der tiefe Männerhass oder zumindest die Androphobie, die in dieser Bewegung regelmässig anzutreffen ist. Denn jemanden herab zu setzen ist ein Ausdruck der Feindschaft. Andererseits wird sehr opportunistisch argumentiert. Einmal argumentiert man so, dann wieder anders. Je nach jeweiligem Nutzen. Das ist zwar legitim, aber weder redlich und schon gar nicht wissenschaftlich. Wären da die totalitären und missionierenden Züge dieser Bewegung nicht vorhanden, könnte man das trotzdem glatt als Meinungsvielfalt à la Voltaire abtun. Da diese Gruppierung aber die entscheidenden Institutionen zum Zwecke der Umerziehung massgeblich beeinflusst oder sogar beherrscht, muss der argumentative und zivile Kampf dagegen aufgenommen und intensiviert werden. Das heisst nun nicht, dass alle Frauen in rosa und Männer in himmelblau angezogen sein müssen, aber es heisst, dass die Anerkennung einer geschlechtsspezifischen Eigenschaft weder sexistisch noch sonst wie übergriffig ist. Sondern mehrheitlich schlicht dem menschlichen Naturelle entspricht. Und man sich daran wieder freuen darf, Mann oder Frau zu sein. Und das ist sehr gut so.

 

Es grüsst

Karl Müller