Gastblog: Katastrophale Katastrophenhilfe (Jan Deichmohle)

Liebe Freunde

Es ist mir eine grosse Freude, das heutige Blog Jan Deichmohle zu überlassen. Jan Deichmohle ist ein bekannter Buchautor, dessen neustes Werk „Die Genderung der Welt“ heisst und im AAVAA Verlag am 10.10.2015 erschienen ist (bald auch bei Amazon.de). Ein herzliches Dankeschön an Jan für seinen Einsatz! Karl Müller

 

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Katastrophale Katastrophenhilfe

Ein Auszug aus dem Buch „Die Genderung der Welt”

von Jan Deichmohle

Das Buch hat in vorigen Kapiteln männerlose Dörfer beschrieben, in denen selektiv Frauen gefördert und Männer vernachlässigt wurden, die einst Fa­mi­lie und Stamm ernähren konnten, Herden oder Äcker hatten, die nunmehr verdurstet oder verdorrt sind. Diese Männer sind im Zuge des Gender-Main­streamings arbeitssuchend aus den Dörfern ausgewandert, kamen in be­schrie­benen Projekten oft nicht einmal vor. Gemeinschaft und Kultur brachen zusammen. Arbeitslose und perspektivlose entwurzelte Jugendliche wurden erwähnt, die in Terrorsekten wie Boko Haram Zu­flucht suchen.

Auch wenn im folgendem Auszug aus „Die Genderung der Welt”, der überwiegend Projekte in Asien beschreibt, noch nicht dieses Stadium erreicht ist, dürfte die Tendenz in diese Richtung deutlich werden, wenn aufmerksam gelesen wird, ohne sich von feministischer Rhetorik ein­lul­len zu lassen:

Auszug aus „Die Genderung der Welt”:

«Denn die großen Veränderungen, die Katastrophen mit sich bringen, ber­gen auch eine Chance, neue gesellschaftliche Modelle zu entwickeln. Oftmals führt schon die zahlenmäßig unter­schied­liche Verteilung von Frauen und Män­nern unter den Opfern dazu, dass sich Familien­struk­tu­ren, ge­schlechts­spezifische Arbeitsteilung … kurzfristig ändern.» (VENRO Gen­der-Handbuch)

Somit sind zynischerweise Katastrophen eine große Chance für den in­ter­nationalen Feminismus, ihre Agenda unwilligen Menschen sou­ve­rä­ner Dritt­staa­ten zu verabreichen. Obendrein fällt auf, wie geschickt die Tatsache oft über­wiegend männlicher Opfer zunächst verborgen, sodann noch als nütz­lich für feministische Agenda begrüßt wird, ohne sie offen auszusprechen.

«Katastrophen und externe Hilfsangebote bergen Verände­rungs­po­ten­tial für soziale Strukturen und Machtverhältnisse. Das außer­or­dent­li­che Ereig­nis einer Katastrophe kann mit krisenhaften ökonomischen, poli­tischen und kulturellen Prozessen sowie mit Verschiebungen im Genderverhältnis bzw. mit einer Erschütterung von Genderidentitäten einhergehen.» (Silke Schwarz, Gendergerechtigkeit als Univer­sal­kon­zept? Kritische und kultur­sen­sible Analysen von Gendermainstreaming nach einer Katastrophe)

Von Krisen und Katastrophen ausgelöste Verwirrung wird syste­ma­tisch zu feministischer Indok­trination und Gleichschaltung der Welt ge­nutzt.

… In solchen Krisenlagen greifen Organisationen ein, deren Hauptziel die Verbreitung des femini­stischen Ideologievirus geworden ist.

«Im Katastrophenkontext werden oft NGOs im Rahmen der Wieder­auf­bau­hilfe aktiv und sie nehmen eine zentrale Rolle in der Ent­wick­lungsarbeit ein… verbinden NGOs mit ihren Pro­gram­men bestimmte An­lie­gen, wie das des Gendermainstreamings, und setzen hierfür bspw. Auf­klä­rungs­arbeit oder Kleinkreditsysteme ein.» (Silke Schwarz, Gender­ge­rech­tig­keit als Uni­ver­salkonzept? Kritische und kultursensible Analysen von Gen­der­main­strea­ming nach einer Ka­ta­stro­phe)

Folgenreich ist die Verwendung von Kleinkreditsystemen für Gender-Agenda; es bedürfte eines eigenen Bandes, daraus erwachsende Schäden zu beschreiben. Staatlich ist Gender-Mainstreaming als Schwerpunkt, Quer­schnitt-Thema und Hauptziel sogar vorgeschrieben; viele NROen (Nichtre­gierungs­organisa­tionen) sind oft sogar radikaler als staatliche in dieser Hinsicht. Besonders viele (femini­stische) Jäger sind des Hasens Tod:

«Das gewählte Untersuchungsdorf kann als sog. ‚entwickelter Fall’ (vgl. Terzioblu, 2004) ver­deut­lichen, was unter bestimmten Umständen möglich ist, nämlich wenn ein Verbund von sie­ben NGOs in einem integrierten einjährigen Programm auf Dorfebene zur Genderthematik arbeitet.» (Silke Schwarz, Gendergerechtigkeit als Universalkonzept? Kritische und kultur­sen­sible Analysen von Gendermainstreaming nach einer Katastrophe, zugleich Dissertation der Freien Universität Berlin 2012)

Dabei werden vor allem Frauengruppen aufgebaut, wogegen der inter­na­ti­o­nale Feminismus Männergruppen eher auflöst, indem Interes­sens­un­ter­schie­de zwischen Männern betont werden, so daß Männer ge­gen­einander ste­hen und daher keine Möglichkeit haben, sich der ein­sei­ti­gen femini­sti­schen Gender-Agenda zu widersetzen. Divide et impera. An­schließend wird weltweit geprüft, welche Ver­schie­bung der Ge­schlech­terverhältnisse die Gen­der-Agenda erbracht hat.

«Insgesamt betonen die Dorfbewohner_innen die zahlreichen neuen Frau­engruppen und führen lediglich die IDEA-Gruppe und das PPD an, wenn es um die Veränderungen für die Männer seit dem Erdbeben geht (Bu Sum 08).[448] …

Nachgehend gehe ich der Frage nach, welchen Wandel die NGOs ins Dorf gebracht haben. Welche Einflüsse schreiben die Befragten der NGO-Arbeit auf die Genderverhältnisse zu» (Silke Schwarz, Gen­der­ge­rech­tigkeit als Uni­ver­salkonzept? Kritische und kultursensible Analysen von Gendermain­streaming nach einer Katastrophe)

Das Erdbeben hat sich für die Betreiber des Gender-Mainstreamings also gelohnt. …

Gegenderte Frauen treffen Entscheidungen alleine. Während Männer in feministischen Frau­en­grup­pen keinen Zugang haben, schaffen die NROen Zugang für Frauen in männlichen Gruppen. Ban­ken und Kredite für Frauen, meist nebst ganzen neuen Berufsfeldern, für Männer ein offenbar ge­mischt­geschlechtliches Gamelanorchester für „Dorf­be­woh­ner_in­nen” sowie zwei Ziegen an eine Selbst­hilfegruppe, allerdings war das bereits vor dem Erdbeben. Die gemischte Gamelan­gruppe solle wenigstens „Genderthemen darstellen”, so die mit dem Stand der Indok­trination unzufriedene Ver­fasserin.

Obwohl wissenschaftliche Studien nachwiesen, daß häusliche Gewalt häufiger von Frauen ausgeht und an Männern verübt wird, laut einer jüngsten Studie von Havard in 70 Prozent der Fälle einseitiger Gewalt (siehe Band 2: Ideologiekritik), wird in gewohnter feministischer Manier offen­kun­dig eine Frauengruppe gegen „häusliche Gewalt” aufgezogen, die Frauen „mehr Einfluß” und Macht im Dorf gibt. Es wird auch in dritter Welt deutlich, daß genau wie im Abendland der Zweck der Kampagne nicht ist, gegen häusliche Gewalt vorzugehen, denn hier wird die Gruppe, die 70 Pro­zent der Täter(innen) stellt, mit der Kampagne betraut, wogegen die Gruppe, die 70 Prozent der Opfer stellt, aus­ge­schlos­sen ist. …

Betont wird, es ginge darum „Kontrolle über etwas zu erhöhen. Ähnliches berichtet auch Fonjong (2001) für den kamerunesischen Kon­text.” (Silke Schwarz a.a.O.)

Frei nach Stalin: Kontrolle ist gut, völlige Kontrolle ist besser.

«Die Frauen erhielten die völlige Kontrolle über das Geld der Ko­ope­rative … „Wir geben ihnen nicht den Fisch, sondern die Angel.” Die Aktivist_innen sind während des Empower­ment­pro­zes­ses in der Rolle von „Prozeßbegleitenden” (fasilitador), die die gruppeninternen Poten­ti­ale akti­vie­ren helfen (Ak Le 09).» (Silke Schwarz, Gendergerechtigkeit als Univer­salkonzept? Kritische und kultursensible Analysen von Gender­main­streaming nach einer Katastrophe)

Trotz der Einsicht, daß Männer meist schwer arbeiten und eine hohe Verantwortung tragen, werden sie gezielt vernachlässigt, besonders bei mo­der­nen Methoden wie Kleinkrediten, Frauen mit feministischem Bewußtsein bearbeitet, zu Männer ausschließenden Frauenkooperativen geformt, ihnen Gelder und Bank gegeben, sie aus den kulturellen Zusammenhängen hin­aus­ge­fördert, um die Geschlechterverhältnisse zu bekämpfen. Männern bleiben nach­rangige Arbeiten wie Bauarbeiten, was die Genderung erleichtert.

«„Ein Mann (laki-laki) ist tendenziell eine Person, die schwer arbeitet, sei dies als Bauarbeiter oder was auch immer. […] Als Haushaltsvorstand trägt er auch die ökonomische Verantwortung. Wenn also vielleicht ein Mann durch das Erdbeben behindert wurde, im physischen Sinn, dann hängt also die Familienökonomie automatisch schief” (Pak Zaki 2010).» (Silke Schwarz, Gender­ge­rech­tigkeit als Universalkonzept? Kritische und kultursensible Analysen von Gender­main­streaming nach einer Katastrophe)

Die Belange der schwer arbeitenden, verantwortlichen und vom Erdbeben getroffenen Männer wer­den ignoriert; wenn sie Opfer und invalide wur­den, freut die Genderista die gute Gelegenheit zum Gen­dern. Hilfe wird Frauen gegeben, was Männer zusätzlich funktionsloser macht und Frauen au­to­nomer. Dabei sollte an Phyllis Schlaflys Be­schrei­bung der Zerstürung der schwarzen Familie in den USA durch Hilfe an Frauen gedacht werden [die Männer und Väter überging, so überflüssig machte, worauf die meisten Familien zerbrachen und alleinerziehende Mütter typisch in Ghettos wurden, die heute Problemzonen der US-Gesellschaft sind]. Wenn solche Agenda Frauen dort mißfällt, wird mehr ide­ologische Bewußt­seins­arbeit nötig.

 

http://www.aavaa.de/sachbuch/Die-Genderung-der-Welt

„Die Genderung der Welt: Wie Feminismus weltweit Kulturen zerstört”

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