#imzugpassiert – Das feministische Netzwerk funktioniert

Liebe Freunde

Ostern hatte ich mir anders vorgestellt. Friede, Freude, Eiersuchen äh Eierkuchen. Doch da war bereits etwas von langer Hand geplant, was ich nicht ahnen konnte. Nämlich der Twitter-Feminismus-Empörungsbewirtschaftungs-Hashtag-#imzugpassiert. Gleich zu Beginn eine Klarstellung: Jeder Übergriff, im Zug oder sonst wo, der strafrechtliche Relevanz hat, muss verfolgt und aufgeklärt werden. Ob nun Männer oder Frauen betroffen sind. Und da sind wir bereits beim ersten Kritikpunkt dieser Aktion. Lasst mich aber zuerst die orchestrierte Aktion chronologisch aufzeigen (Neue Tweets ohne RT oder Favs).

Gleich mal mit einem verbreiteten Irrtum aufräumen: #imzugpassiert ist nicht neu, sondern wurde schon 2011 verwendet.

Timeline (Edit: Zeitangabe entspricht der amerikanischen):

25.3.2016; 06:24: Die „Erfinderin“ des Hashtags #imzugpassiert postet um 06:24 -06:38 ihre ersten (und vorläufig einzigen) fünf Tweets.

25.03.2016; 06:27: Bereits während die Initiantin die ersten Tweets postet, beginnen weitere Feministinnen mit Posts zum Hashtag, der eben erst gerade gestartet wurde

25.03.2016; 07:06: Nach nur sieben (7) Tweets zum Hashtag schreibt der erste Mann, wie schlimm es sei, was Frauen (bis zu dem Zeitpunkt gerade mal 4!) berichten und dass dies den „lächelnden Alphas“ die Augen öffnen solle. Bis zu dem Zeitpunkt hat noch kein Kritiker überhaupt von den sieben Tweets gewusst. Diese „prophetische“ Aussage wurde bis jetzt 19x retweetet und 56x gefaved.

25.03.2016; 08:52: Fünf weitere Tweets zum Hashtag später, schreibt wieder ein Mann, wie sehr er sich fremdschäme, ein Mann zu sein.

Bis hierhin inklusive Eröffnung seit ca. 2,5 Stunden gerade mal 13 (!) Tweets zum Hashtag #imzugpassiert.

25.03.2016; 10:03: Weitere zwei (2!) Tweets und gut 1 Stunde weiter, wiederum ein Mann, der das Hashtag als „Frauen die von Belästigungen berichten“ erklärt und gleichzeitig einige Männer als Volltrottel klassifiziert.

25.03.2016; 10:24: Weitere vier (4) Tweets später, erneut ein Mann, der sich schämt und fragt, ob’s den Männern ins Gehirn geschissen hat.

25.03.2016; 10:26: Der Mann von 10:03 schreibt nur 23 Minuten nach seinem ersten Tweet, wie schrecklich diese Berichte seien und dass diese „banale Alltäglichkeit“ doch so schwer vorstellbar sei.

25.03.2016; 10:27: Gleich darauf meint ein Grüner Politiker aus Österreich (Bundespräsidentschaftskandidat, Edit offenbar ein Fake-für mich nicht ersichtlich)), dass er allen nur raten könne, sich intensiv mit dem Hashtag zu befassen. Es sei schockierend, erschreckend und beängstigend. Er bedankt sich auch fürs Teilen des Tags.

Bis hierhin zähle ich erst 21 neue Tweets seit Beginn der Hashtag-Kampagne. Die meisten Twitter-User stammen zu dem Zeitpunkt aus Österreich (Wien). Inklusive Initiantin. Ebenfalls kann bei einigen die Zugehörigkeit zu den Grünen Österreich festgestellt werden.

25.03.2016; 13:56: Seit Beginn der Kampagne am Morgen sind noch weitere 13 Tweets dazugekommen, macht total 34 neue Tweets. Darunter mittlerweile auch die ersten Kritiker, die selber die Quote durch das Tweeten hochjagten und natürlich bereits Retweets und Favs bei den Existierenden. Erstmals steigt bereits ein Mainstreammedium im Hashtag mit auf, SpiegelOnline. Mit seinen 1,27 Mio Followern ein erster Treiber, der für den „Durchbruch“ dringend gebraucht wurde. Das Projekt schien bereits zu scheitern. Insgesamt brauchte es also nur 34 neue Tweets unter dem Hashtag und ca. 6,5 Stunden an einem Karfreitag (!) und SpiegelOnline steigt ins Rennen ein, bereits mit klarer Parteinahme für die Feministinnen und Auszügen aus Tweets, speziell derjenigen, die die Kampagne durchschaut haben und ihre teils witzigen und weniger witzigen Kommentare auch unter das Hashtag platzierten. Der Beweis, dass dieses Hashtag „nötig“ ist, war erbracht.

25.03.2016 – 26.03.2016: Es sind einigen anderen Usern enorm viele Twitter Accounts mit lächerlich wenigen Followern und neu eröffnetem Datum aufgefallen, die das Hashtag und die „Diskussion“ massiv gepusht haben.

26.03.2016; 13:12: SpiegelOnline mit den Journalistinnen Britta Kollenbroich, Anne-Kathrin Schade und Katherine Rydlink veröffentlichen Online den Bericht zum Hashtag. Eine Twitterankündigung von SPON habe ich für diesen Zeitpunkt nicht gefunden.

26.03.2016: nach 13:57: Der Bayrische Rundfunk springt als Nächster auf die Story auf, die SpiegelOnline tags zuvor gepusht hatte. Auch hier: Keine Männer, sondern Frauen, die den Artikel schreiben. Katja Engelhardt und Verena Flücker. Auch der Stil ist exakt derselbe, wie tags zuvor im Spiegel-Bericht.

26.03.2016; 16:27: Auch der Stern möchte nicht hintenanstehen und berichtet. Nicht neutral, sondern parteiisch. Auch dieser Artikel von einer Frau geschrieben, Susanne Baller. Und im gleichen Muster. Unkritisch, anklagend und die Möglichkeit einer gezielten Kampagne zum Vornherein ausschliessend.

27.03.2016; 12:00: Noch länger gebraucht hat die Berliner Zeitung. Dafür veröffentlicht sie ihren Artikel am Sonntag. Aber auch hier dasselbe Muster. Den Artikel schrieb ebenfalls eine Frau, Laura Hofmann. Der bekannte Ablauf, also Einleitung, dann Originalbildchen einiger halbwegs glaubhaft klingenden Tweets einfügen, um am Schluss die bösen Männer blosszustellen und die Wichtigkeit dieser „Debatte“ betonend: „Die Schilderungen der Frauen und diese Reaktionen zeigen deutlich, dass Sexismus in Deutschland zum Alltag dazu gehört. Eine Debatte, die nach den Vorfällen in der Silvesternacht in Köln angestoßen wurde, als vermeintliche Feministen versuchten, ihren Rassismus mit der Angst um deutsche Frauen zu tarnen.“

Der weitere Verlauf ist nun vorgegeben, eine Sendung/Zeitung/Radio um das andere melden sich nun bei der Initiantin für ein ausführliches Interview. Natürlich mit viel Platz, damit die Initiantin ihre Botschaft weiterverbreiten kann. Unwidersprochen. Nach Angaben der Initiantin folgen Heuteplus, RTL2, Tagesschau.de und weitere. Die Empörung bewirtschaftet sich jetzt von selbst. Auch SWR schickte eine junge Frau vor, die möglichst „Augenzeugen“ suchen sollte, zuerst ausschliesslich „Mädels“, auf mein Nachfragen hin dann auch für männliche Opfer:

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Oder für die Tagesschau.de:

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Liebe Freunde, das ist nur ein kurzer Auszug aus der Aktion #imzugpassiert. Beweise habe ich keine, aber aufgrund der vorliegenden Informationen, die von jedem nachprüfbar sind, meine Vermutungen. Auffallend ist:

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Erst am nächsten Tag wurde SPON zwar von einem User mit der Tatsache konfrontiert, dass sich SPON komplett lächerlich mache mit einem Artikel auf Grundlage von Twitterposts. SPON reagierte darauf wie folgt:

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Richtig, das Hashtag und damit die „Diskussion“ ist auf Twitter entstanden und hatte zu diesem Zeitpunkt (25.03.16; 13:56) gerade mal 34 neue Tweets zum Hashtag (ohne RT und Favs). Die Erklärung der Bahn, damit ist wohl die MRB gemeint, war eben NICHT die Grundlage für dieses Twitter-Hashtag, da MRB zuvor bereits bestritt, dass der Grund sexuelle Belästigungen sei:

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Euren eigenen Interpretationen lasse ich nun aber freien Lauf. Für mich ist definitiv klar: Diese Aktion war geplant und orchestriert inklusive Medien und Politik. Welche Medien und Politiker durch welche Verbindung und mit welcher Rolle nun involviert sind, kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur die Fakten prüfen, die öffentlich zugänglich sind und die sprechen bereits eine fatale Sprache. Ach was ich fast vergass: Die #imzugpassiert-Dirigentin fragte heute Abend noch bei der altbekannten #Aufschrei-Initiantin nach:

Unbenannt7

Mein Mitleid ist bei den Frauen und Männern, die tatsächlich Unrecht erleiden, denen nicht geglaubt wird. Aber wacht auf! Solche feministischen und männerfeindlichen Kampagnen, von langer Hand geplant, orchestriert und durchgeführt, schaden den wahren Opfern, Männer und Frauen. Es treibt einen zusätzlichen Keil zwischen die Beziehung der Geschlechter, es stellt Männer pauschal und damit undifferenziert als Triebtäter hin, die man am Liebsten wegsperren sollte, zumindest in den ÖVs – Apartheid? Hartes Wort, aber gewisse Ähnlichkeiten sind tatsächlich nicht von der Hand zu weisen. Frauen sind in diesem Game hier nichts als hilflose Opfer, die unter dem „Patriarchat“ und der „Rape Culture“ zu leiden hätten. Immer wieder wurde betont: Durch Deutsche Männer seien die Belästigungen geschehen. Ein Schelm wer Böses dabei denkt.

Es grüsst

Karl Müller

 

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