Frauen müssen mit ihren Männern verhandeln

Liebe Freunde

Eigentlich bin ich ja der Falsche, um auf diesen Artikel, im Speziellen auf diesen Titel, einzugehen. Denn die Dame der kantonalen Fachstelle für Gleichstellung befiehlt hier ja vor allem den Frauen, was sie zu tun und lassen hätten. Aber es hat, wie meistens, auch eine Komponente, die uns Männer betrifft. Denn man will uns Männer in Teilzeitjobs bringen, in den Vaterschaftsurlaub versetzen und zur Leistung „unbezahlter“ Care-Arbeit verpflichten. Und wer jetzt denkt, dass die Feministinnen eine Kehrtwende in ihrem Programm gemacht hätten, der irrt sich. Denn all diese Punkte dienen dem einen Ziel: Die Frau/Mutter in Karrieren zu bringen und Männer weg davon. Ob diese das wollen oder nicht, dafür müssen sicher die Männer Platz machen. Ganz offen wird das auch kommuniziert, auch wenn das ein oder andere Argument auch für Männer verlockend daher kommt. Im Endeffekt geht es darum, was Alice Schwarzer angeblich vor langer Zeit gesagt hatte: „Damit es Mädchen leichter haben, müssen wir es den Buben schwerer machen.“ Nachdem das an den Schulen  immer „erfolgreicher“ umgesetzt wurde, sind nun die erwachsenen Männer dran. Sie sollen mit sanftem bis grobem Druck endlich Platz machen „da oben“. Platz für viele Frauen, die das gar nicht wollen, die zufrieden sind mit ihrem jetzigen Leben. Aber es gibt bestimmt einige Quotenfrauen, die ansonsten keine Chance auf einen Kaderposten hätten. Fähig oder nicht, ganz egal. Soviel zur Ideologie. Und solange keine Ergebnisgleichheit besteht, braucht es all diese Projekt und Programme natürlich ganz feste. Und damit auch die Millionen Fördergelder.

mother with baby sit on many autumn leaves

© Pavel Losevsky

Wenn wir nun aber noch eine gewisse Logik in dieses Thema reinbringen, so wird noch klarer, welche Verbissenheit hinter diesen alltäglichen Forderungen, Mahnungen, Drohungen steht.

So wurde doch das erwähnte Interview basierend auf der neu erschienen Studie zur „Lohndiskriminierung“ geführt. Eine Studie, die als Ergebnis bahnbrechendes ans Licht gefördert hat: Wer Teilzeit arbeitet, verdient hochgerechnet weniger. Wer länger dauernde Auszeiten vom Beruf macht, wird weniger oft befördert und verdient weniger. Das ist nun weder skandalös noch ökonomisch fragwürdig. Sehr fragwürdig hingegen sind angesichts solcher schon lange bekannter Tatsachen, dass feministische Büros aller Art, inklusive Feministen im Maskulistenkleid, dieselbe Leier vom notwendigen Teilzeitmann der möglichst langen Vaterschaftsurlaub macht in allen Tönen singen. Nichts gegen Väter, die eine gesunde Beziehung zu ihrem Kind pflegen, nichts gegen Teilzeitarbeit. Aber angesichts dieser doch ständig beschworenen Nachteilen ja Diskriminierung der Frauen, mutet es sehr seltsam an, dass dieselben Kreise nun die Männer zu diesem verpönten Glück bringen oder zwingen wollen. Ebenfalls schon fast schizophren klingt der Wunsch einiger Sozialistinnen nach voller Integration der Frauen in den Arbeitsmarkt, gemeint also höheres Arbeitspensum am besten 100%, bei gleichzeitigem Kampf gegen „das Kapital“. Dass dieser laut schreiende Widerspruch in der Öffentlichkeit kaum Aufmerksamkeit erregt, ist mir unerklärlich. Oder ich will es mir nicht eingestehen.

Aber es gibt Lösungen. Mehr gesunder Menschenverstand, weniger Amtsstellen, die sich für unerlässlich halten und der Gesellschaft ihre kruden Theorien aufdrängen.

Arbeiten wir daran.

 

Es grüsst

Karl Müller