Frankfurter Allgemeine (FAZ) fährt Attacke auf Genderama

Liebe Freunde

Mit etwas Verspätung habe ich auch mitbekommen, dass Genderama, also Arne Hoffmanns Blog, von einem Journalisten der Frankfurter Allgemeine (FAZ) übel attackiert worden ist. Diese „ad hominem“ Attacke zielt aber nicht nur auf Arne Hoffmann, sondern auf jeden Menschen, der sich für die Gleichberechtigung von Mann und Frau einsetzt. Darum habe ich mich solidarisiert und veröffentliche hier mit Erlaubnis von Arne Hoffmann seinen Bericht vom 29. August 2017 auf Genderama:


Als ich mich für mein Examen unter anderem mit Heinrich Bölls „Katharina Blum“ beschäftigte, ahnte ich noch nicht, dass ich Jahrzehnte später selbst Zielscheibe ähnlich übler medialer Attacken werden würde, wie sie Böll in den siebziger Jahren erfahren hat. Aktuell ist in der Frankfurter Allgemeinen ein Artikel Sebastian Eders erschienen, der keine halben Sachen macht, sondern mich als irren Fanatiker, kauzigen Sonderling, Lebensversager und Frauenhasser in einem porträtiert. Im Eglischen gibt es für diese Strategie die Bezeichnung „character assassination“ und für entsprechende Artikel den Begriff „hit piece“. Eine ganze Reihe von Menschen, die sich für Jungen und Männer einsetzen, haben so etwas in den vergangenen Jahren erlebt – auch Frauen wie Monika Ebeling und Cassie Jaye.

Da ich von der Frankfurter Allgemeinen bislang sachliche und faire Beiträge über unsere Bewegung gewohnt war, ist diese aktuelle Entwicklung dort besonders enttäuschend.

Bei dem Versuch, mich so stark wie möglich zu diskreditieren, verhaspelt sich Eder allerdings nicht nur mit Dingen, die für unkundige Leser schwer durchschaubar sind, weil sie weder meine Veröffentlichungen im Original gelesen haben, noch wissen, wie mein Interview und die Begleitumstände verlaufen sind. Der Artikel verstrickt sich auch in offensichtliche Widersprüche: Erst heißt es darin, mir würde kaum einer zuhören, dann heißt es, die Zahl der überzeugten Maskulisten sei in den vergangenen Jahren von wenigen Dutzend auf 400.000 Menschen gewachsen. Erst heißt es in dem Artikel, ich würde mich nur hinter dem Computer stark fühlen, dann, ich dringe auf eine häufigere Teilnahme an politischen Diskussionsveranstaltungen. Und vor allem: Für die Kernthese, dass ich überhaupt keiner Rede wert sei, wird ein ganzseitiger Zeitungsartkel verwendet. Wer den Artikel mehr als nur flüchtig liest, sollte merken, dass diese Versatzstücke nicht zusammen passen.

Aber warum werden die Attacken, bei denen es nur noch ums Persönlich-Fertig-Machen geht, gerade jetzt derart maßlos? Warum attackiert eine der führenden deutschen Zeitungen dermaßen heftig einen Menschen, der über nichts anderes verfügt als ein Ein-Mann-Blog und ein im Eigenverlag herausgegebenes Buch: der FAZ-Darstellung nach nur ein komischer Zausel, dem sowieso kaum jemand zuhört?

Weil es dabei womöglich um mehr geht als um die Kontroverse zwischen der bisherigen einseitigen Geschlechterpolitik und einer Politik für beide Geschlechter. Der Gymnasiallehrer und Blogger Lucas Schoppe hat Sebastian Eders Vorgehen genauer analysiert – in seinem Beitrag „Die Gewalt der vierten Gewalt“, einem der stärksten Beiträge Lucas Schoppes überhaupt. Er ist im Volltext lesenswert.

Und schließlich zur Erinnnerung: Genderama-Leser können die von Schoppe geschilderten beruflichen Schäden, die solche Attacken auf mich verursachen, zumindest teilweise auffangen, indem sie Genderama unterstützen.


Es grüsst

Karl Müller



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