Die Einseitigkeit des SRF im Licht der #NoBillag-Initiative

Liebe Freunde

Voraussichtlich 2018 wird das Schweizer Volk darüber abstimmen, ob die heutigen Billag-Zwangsgebühren (ähnlich wie GEZ in Deutschland), abgeschafft werden sollen. Heute müssen nicht nur alle Haushalte diese Zwangsabgabe ungeachtet der Leistungsnutzung bezahlen, sondern auch Unternehmen. Das macht pro Jahr stolze 1,3 Milliarden Schweizer Franken.

Meine Haltung zur Initiative

Nun kann man über Sinn und Unsinn der kompletten Abschaffung dieser Gebühren streiten. Ich persönlich hätte lieber eine massiv reduzierte Gebühr gehabt, gerade so, dass die vier Landessprachen mit dem allernötigsten Service Public versorgt werden könnten. Doch die Politik hat einer Halbierung der Gebühren durch einen Gegenvorschlag zur Initiative eine klare Absage erteilt. Es soll möglichst alles so bleiben, wie es ist. Tendenziell noch weiter ausgebaut werden. Somit können wir nur noch über Abschaffung oder Status Quo mit Tendenz Ausbau abstimmen. Da steht für mich fest, dass ich JA stimmen werde. Aber das werde ich nicht nur aus freiheitlichen Überlegungen tun, also eine Zwangsgebühr für Medienservice, den ich nicht mal konsumiere ist Schnee von gestern. Sondern ich tue das hauptsächlich aus diesem Grund: Das Schweizer Radio und Fernsehen hat ein Unabhängigkeitsproblem. Kurz: Die Sendungen sind oft unausgewogen, ohne wirkliche Kontroverse und man spürt regelmässig die politische Stossrichtung der Redaktion. Ich mach das an folgenden Themen fest, wobei ich eines ganz besonders herausheben werde:

  1. Die Sendungen triefen von feministischer Ideologie. Zumindest die, welche inhaltlich irgendwie mit „Frauenrechten“ in Zusammenhang gebracht werden können.
  2. Die Tendenz der „Einordnung“ aktueller Geschehnisse von Trump bis zum Verbot von Plastiksäckli ist klar Links-Grün orientiert.
  3. Es gibt Themen, bei denen der Medienkonsument schlicht nur einseitige Darstellung, oft schon Propaganda bekommt.

Feministische Dominanz

Wie komme ich also darauf, dass die Stossrichtung, sofern irgendwie mit dem Inhalt zu verbinden, feministisch dominiert ist? Es ist ganz einfach. Einerseits reicht das aufmerksame Verfolgen der Sendungen während einer gewissen Zeit (was ich mir hier extra angetan habe), andererseits kann man im digitalen Zeitalter aber auch Suchfunktionen nutzen, die selbstredend sind. Ganz plakativ habe ich gesellschaftspolitische Schlagwörter auf der Webseite von SRF eingegeben und entsprechende Resultate erhalten. So zum Beispiel sollte man gerade in der Schweiz erwarten können, dass eine Ausgewogenheit punkto Frauenrechte vs. Männerrechte zum Vorschein kommt. Denn noch immer werden in der Schweiz Männer ein Jahr später in den Ruhestand geschickt, müssen nur Männer Wehrpflicht leisten oder finanziellen Ablass erbringen. Doch meine Wahrnehmung der Einseitigkeit bei diesem Thema, bestätigt sich auch in der Suchmaschine vom SRF. So werden zwar 108 Treffer für „Frauenrechte“ registriert, jedoch keinen einzigen für „Männerrechte“. Man könnte nun argumentieren, dass „Frauenrechte“ auch in den Beiträgen negativ beurteilt wird, aber Fehlanzeige. Stichproben ergeben ein klares Bild: Feminismus ist Doktrin. Wenn Kritik, dann weil es mehr Feminismus brauche. Zu Männerthemen schweigt sich SRF aber offensichtlich aus. Und das, obwohl die Konzessionsvereinbarung zwischen Bundesrat und SRG einen klaren Auftrag beinhaltet. Nämlich die unterschiedlichen Interessen und Anliegen des Publikums zu berücksichtigen.

 

 

 

 

Nun könnte das ja ein Zufall sein. Testen wir also einmal, mit welchen positiven Attributen Frauen und Männer bei SRF ausgestattet werden und ob sie einigermassen ausgewogen verteilt werden. So habe ich also eine weitere Suche auf der Webseite gestartet mit den Suchbegriffen „Frauenpower“ vs. „Männerpower“. Da zeigt sich mir ein ähnliches Bild, wobei SRF immerhin in einem einzigen Beitrag die „Männerpower“ verwendet hat. Dennoch ein vernichtendes Bild für den Sender, der sich stets der Sachlichkeit und Ausgewogenheit rühmt.

 

 

Wenn es dann in den Beiträgen selber wirklich um Themen geht, bei denen der Feminismus berechtigterweise auch eine Stimme bekommt, dann fällt es dermassen einseitig aus, dass kaum Gegenmeinungen geduldet werden. Und zwar wird das Setting der Sendung schon so ausgelegt, dass keine Zweifel am Ergebnis aufkommen können. Stellvertretend dafür steht ein Urteil des Ombudsmann SRG, welches die Sachgerechtigkeit einer SRF Club-Sendung über Sexismus bemängelt hatte. Alleine die geladenen Gäste waren derart einseitig feministisch, dass gar keine kontroverse Diskussion/Debatte möglich, oder eben gewollt war. Aber auch die Präsenz von Männeranliegen am jährlichen Männertag hat es sehr schwer. Da finden sich gerade einmal zwei Beiträge, wobei einer erst noch sexistisch daherkommt: Männer als „optisches Läckerli“ im Glanz & Gloria. Beim Frauentag hingegen weiss man gar nicht, wann der eigentlich anfängt und aufhört. Sowohl vor dem 8. März als auch danach finden sich viele feministisch dominierte Beiträge.

 

 

 

 

 

 

Das letzte Beispiel betrifft die „Diskussion“ um Lohngerechtigkeit. Auch hier tut sich das SRF unheimlich schwer, eine Kontroverse zuzulassen. Die Redaktionen positionieren sich stets gleich wie der Bundesrat. So haben selbst empirische Studien keine Chance, als gleichwertig wie die Staatdoktrin angesehen zu werden. Es wird, wie hier im SRFNews-Beitrag von letzter Woche, das Dogma der Lohndiskriminierung weiterverbreitet und in dem Fall ganze kritische Kantone als „Kneifer“ diffamiert. Nicht hinterfragen und inhaltliche Diskussionen fördern, sondern regierungsfreundlich (und feminismusfreundlich!) agieren, scheint das Motto.

Selbsttest jederzeit möglich

Wenn Sie jetzt anhand dieser konkreten Beispiele immer noch nicht überzeugt sind, dass SRF sehr oft einseitig „einordnet“, dann beobachten Sie doch mal zu folgenden Themen, ob SRF hier eine kontroverse Sicht vermittelt, oder schlicht Meinungsbevormundung betreibt. Egal, wie Sie persönlich dazu stehen, es geht um Ausgewogenheit und Sachgerechtigkeit:

Es gäbe noch viel mehr Themen, aber Sie werden hier schon fündig. Garantiert.

Es grüsst

Karl Müller

PS: Für diejenigen, die nun kommen und sagen, man könne sich ja beschweren: Ja, richtig, das kann man. Aber was hat das für Konsequenzen? Welcher (grobe) Fehltritt wurde denn schon sanktioniert? Diese Beschwerden sind leider das Papier nicht wert, auf dem es geschrieben steht. Denn ändern wird sich dadurch nichts. Zumindest hat das die Vergangenheit gezeigt.

Legal disclaimer: Alle meine Aussagen beruhen auf meinem Eindruck, den ich mit Beispielen unterlegt habe. Sollten sich dennoch Fehler eingeschlichen haben, oder sollte ich kritische Sendungen übersehen haben, so bitte ich um Feedback über die Kontakt-Möglichkeit. Leider stehen mir keine Zwangsgebühren zu, die ich für Recherche dieser Art einsetzen kann. Dafür geht meine Freizeit drauf. Aber es ist’s mir wert.