Für unsere Frauen – ein herzliches JA

Für unsere Frauen – ein herzliches JA. So lautete am 7. Februar 1971 ein Slogan zur Abstimmung über die Zuteilung des Frauenstimmrechts auf nationaler Ebene in der Schweiz.

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Bildquelle: admin.ch

Die alleine aufgrund des Geschlechts stimmberechtigten Männer, stimmten diesem Anliegen mit viel Herz und einem Ja-Anteil von 65,7% zu. Die Weltwoche hatte damals nach dieser geschichtsträchtigen Abstimmung bereits auf wunde Punkte hingewiesen, die 1971 als logische Konsequenz dieses  Gleichberechtigungsschrittes in den Vordergrund traten. Unter Anderem wies der Autor auf die Problematik der Wehrpflicht, die ebenso die Männer alleine aufgrund des Geschlechts dieses Mal benachteiligte, hin. Das klang dann so: „In ein akuteres Stadium tritt auch die Debatte über die Umwandlung der Wehrpflicht in eine allgemeine Dienstpflicht auch für Frauen, bei welcher eine Lösung für die Militärdienstverweigerer gefunden werden könnte.“

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2013-24/1971-politik-mit-partnerinnen-die-weltwoche-ausgabe-242013.html

Die Lösung für Militärdienstverweigerer wurde mittels Zivildienst gefunden, jedoch stehen wir in Sachen Gleichberechtigung/Gleichverpflichtung bei der Wehrpflicht noch immer am selben Berg. Kein Jota hat sich dieser seither verschoben. Noch immer werden die Männer, alleine aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit zu Zwangsdiensten verpflichtet, oder bei gesundheitlicher Untauglichkeit zu Ersatzsteuern von 3% des steuerbaren Einkommens verpflichtet. Bekannterweise ist mit dem Stempel „untauglich“ auch die Türe zum Zivildienst verschlossen, was faktisch zur Zahlung zwingt. Man mag nun guten Mutes für oder gegen eine Wehrpflicht sein; die Tatsache, dass heute noch immer nur Männer zu Zwangsdiensten eingezogen werden und Frauen bestenfalls freiwillig mitmachen dürfen – und sich dieses Recht in allen Truppengattungen auch juristisch erkämpft haben – ist äusserst stossend angesichts des Bundesverfassungsauftrages in Artikel 8: „Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.“

Wäre es nun nicht an der Zeit zu sagen: Wehrpflicht – Für unsere Frauen ein herzliches JA! Oder am 22.9.2013 zur Abschaffung der Wehrpflicht: Wehrpflicht aufheben – Für unsere Männer ein herzliches JA!?

Es grüsst

Karl Müller