Die verhasste Männlichkeit

Liebe Leserinnen und Leser

Haben Sie sich auch schon gewundert, wenn bereits die Einleitung eines Satzes so lange ist, dass einem die Neugierde auf das später Folgende vergeht? Mir passiert das regelmässig, nicht mal primär wegen dem ideologischen Hintergrund, sondern weil es so langatmig daherkommt, allen möglichen „Gender“ gerecht zu werden. Früher, in den Anfangszeiten des erfolgreichen Feminismus war es ja noch relativ einfach. Da wurde erkämpft, dass der Genus „liebe Leser“ doch bitteschön durch liebe Leserinnen und Leser ergänzt werden soll. Heute aber mit Gender Mainstreaming, wird es nicht nur kompliziert, sondern auch sehr sehr lang, allen Genderformen gerecht zu werden. Das aber soll nicht mein Punkt des heutigen Beitrages sein, nein, mir geht es um die Verwendung dieser politisch korrekten Anrede: „Liebe Leserinnen und Leser“. Haben Sie schon mal festgestellt, dass diese Form fast ausschliesslich nur dann verwendet wird, wenn es um neutrale oder positive Sachverhalte geht? Oder haben Sie schon einmal gehört/gelesen: „Die Täterinnen, die Täter, sind auf der Flucht“? Nein. Selbstredend ist in der feministisch geprägten Sprache die weibliche Form nur dann zweckmässig und erzwungen, wenn es um Anreden oder positive Sachverhalte geht.

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Bildquelle: freepixels.com

Ein weiteres Phänomen ist die Negierung von männlichen Opfern bei Unfällen oder Greueltaten. Das liest sich in der Schlagzeile so: „Selbstmordattentäter reisst Frauen und Kinder mit in den Tod“ Um dann im Text des Artikels weiter unten und kleingedruckt davon zu lesen, dass dabei auch unschuldige Männer ums Leben gekommen sind. Das Geschlecht zweiter Klasse eben, oftmals schon im Tagesanzeiger beobachtet.

http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/asien-und-ozeanien/Selbstmordattentaeter-reisst-Frauen-und-Kinder-mit-in-den-Tod/story/18607827

53 tote Menschen bei diesem Anschlag, 6 Frauen und 1 Kind kamen nebst den 46 Männern ums Leben. In der Headline steht aber: „Selbstmordattentäter reisst Frauen und Kinder mit in den Tod“

Mal abgesehen davon, dass es nicht mehrere Kinder waren sondern ein Kind. Die 46 Männer, die ihr Leben lassen mussten sind Beigemüse. So wird Misandrie gefördert und der Entwertung des männlichen Geschlechts Vortrieb geleistet.

Achten Sie in der kommenden Woche doch auf diese beiden Feststellungen. Die politisch korrekte Anrede/Benennung bei negativen Ereignissen, sowie die Erwähnung von männlichen Opfern, sofern dies überhaupt geschieht.

Es grüsst

Karl Müller