Sind Frauen behindert?

Mit dem zugegebenermassen provokativen Titel eröffne ich den heutigen Beitrag. Sie werden aber sehen, der Titel dient nicht nur als „eye catcher“ sondern hat relevanten Bezug zum heutigen Thema: Sind Frauen behinderter als Behinderte? Was glauben Sie, liebe Leserschaft, wer wird bevorzugt, einen in der Nähe des Arbeitsplatzes verfügbaren Parkplatz zu mieten? Eine gesunde Frau oder ein gehbehinderter Mann? Instinktiv dachte ich mir, klar, der gehbehinderte Mann. Aber Fehlanzeige. Zumindest in Deutschland, genauer gesagt nach dem LAG Rheinland-Pfalz. Dort wurde ein Urteil gefällt, dass Frauen dem gehbehinderten Mann vorgezogen werden dürfen bei der Vergabe eines in der Nähe des Arbeitsplatz liegenden Mietparkplatz. Begründet wurde es wie folgt:

Ein Arbeitgeber darf bei der Vergabe eines nahe gelegenen Firmenparkplatzes Frauen grundsätzlich bevorzugen. Das entschied das Landesarbeitsgericht (LAG) Rheinland-Pfalz in Mainz. Denn nach Auffassung des Gerichts handelt er in diesen Fällen nicht willkürlich und diskriminierend. Vielmehr sei die Gefahr für Frauen, Opfer von Gewalt zu werden, höher als für Männer. Das Gericht wies mit seinem Urteil die Klage eines schwerbehinderten Krankenpflegers ab. Dieser hatte sich vergeblich um einen Parkplatz in unmittelbarer Nähe der Klinik bemüht. Seine Behinderung spielte für das Gericht keine Rolle. Der Arbeitgeber hatte darauf verwiesen, dass bei der Parkplatzvergabe nach seinen internen Kriterien unter anderem der Grundsatz gelte ‚Frauen vor Männer‘. Anders als der Kläger hielt das LAG dieses Auswahlkriterium für zulässig

Quelle: http://wikimannia.org/Frauenparkplatz#Frauen_sind_behinderter_als_Schwerbehinderte

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Bildquelle: freepixels.com

Es ist statistisch ja erwiesen, dass mehr Männer Opfer von Gewalt werden als Frauen. Und um ganz korrekt zu sein: Natürlich auch durch Gewalt von Männer. Deshalb greift das Gericht auf einen perfiden Trick zurück: Es definiert die Gewalt als spezifisch „Gewalt gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, wovon Frauen öfter betroffen sind als Männer, womit nun die Argumentationskette wieder passt. Dass dabei die Verhältnismässigkeit vollkommen verloren geht, scheint nicht Teil der Überlegung in diesem Urteil zu sein. Der gehbehinderte Mann hat weiterhin einen weiten Weg vom Parkplatz zu seinem Arbeitsort und die bevorteilten Frauen sind der Gefahr von dem Angriff auf die sexuelle Selbstbestimmung nicht mehr gleichermassen ausgesetzt. In Hessen sind im Jahr 2003             1 Promille aller Straftaten in Parkhäusern gegen die sexuelle Selbstbestimmung gerichtet gewesen. Das heisst, der ganz grosse Rest ist NICHT gegen die sexuelle Selbstbestimmung gerichtet gewesen und somit sind wir wieder bei der Verhältnismässigkeit. Ist es zulässig, ein Geschlecht aufgrund der 1 Promille Vorfälle in Parkhäusern, behinderten Männern vorzuziehen? Ist es zulässig, implizit die Angriffe auf die sexuelle Selbstbestimmung schwerer zu gewichten als beispielsweise ein Mord? Oder liege ich wiederum völlig falsch, wenn ich hier wiederum die üblen Gerüche der feministischen Justiz vermute? Urteilen Sie selbst!

 

Es grüsst

Karl Müller