Frauenstreik: Die Manipulation durch die Medien

Liebe Freunde

Ich weiss, keiner von Euch hat jetzt noch auf einen weiteren Artikel gewartet, der sich um den „Frauenstreik“ dreht. Aber keine Sorge, ich fasse mich kurz und will in den folgenden Zeilen nur auf einen Aspekt eingehen: Die Rolle der Medien.

Ich schenke mir dabei die Zeit vor dem „Streik“, denn alle haben mitbekommen, dass dies eine rein propagandistische Darstellung war. Die einzige Kritik, die man ernsthaft diskutiert hatte, war der Name des Anlasses, nämlich „Streik“. Ist es ein Streik und sind dafür die Voraussetzungen überhaupt gegeben? Die Antworten darauf kennt Ihr. Vielmehr interessiert mich jetzt die Darstellung der Teilnehmer in den Mainstreammedien. Was für Zahlen haben sie weiterverbreitet?

Beginnen wir mit der offiziellen Medienmitteilung der Stadtpolizei Zürich. Diese liess verlautbaren, dass „mehrere Zehntausend“ an der Demonstration in Zürich, nein es war kein Streik, teilgenommen haben. Die ganze Medienmitteilung ist hier zu finden.

Und nun schauen wir, was und wie die Medien berichtet haben: Korrekt berichtet haben (man höre und staune!):

Schw. Gewerkschaftsbund: 70’000

SRF: „mehrere Zehntausend“

Blick: 70’000

Völlige Fakenews verbreitet haben:

Tagesanzeiger: „über 100’000“

Nau: 160’000

Watson: 160’000

NZZ: 160’000

Dass sich die NZZ dieser völlig abwegigen Zahl von 160’000 angeschlossen hat, kann ich mir einmal mehr nicht erklären. Trotz vorliegender Medienmitteilung der Behörden, die nicht mal von der Hälfte dieser Zahl ausging. Da muss ein Chefredaktor mal über die Bücher, wenn er die Reputation seiner Zeitung nicht in der Tonne sehen will.

Was lehrt uns das Ganze? Zahlen in den Medien immer anhand der öffentlichen Mitteilungen der Behörden messen. Erfreulich ist, dass das von mir gescholtene SRF dieses Mal korrekt berichtet hat, zumindest in der von mir zitierten Quelle. Gerade auch, weil sie im vor dem „Frauenstreik“ eine noch nie dagewesene Propaganda verbreitet hatten. Auch dass der Blick die korrekte Zahl nannte, ist für mich nach seiner unsäglichen Kampagne eine Überraschung. Das muss wohl ein Fehler sein. Korrekterweise waren dann gesamthaft auch nicht 500’000 landesweit am „Streik“ beteiligt, sondern schätzungsweise maximal 150’000. Das sind deutlich weniger als 1991 (250’000), was einem klaren Profilverlust entspricht. Alles andere hätte mich auch überrascht, da die Situation heute für die Männer belastend ist, durch Diskriminierung bei AHV, Wehrpflicht, Witwerrente usw. und kein Gesetz mehr Frauen diskriminiert. Die Show in einigen Medien hat mich etwas an Trumps Inauguration erinnert, als er um jeden Preis die höhere Zahl an Besuchern präsentieren wollte als damals Barak Obama und sich dabei seine Sprecherin Kellyanne Conway zur Aussage versteigerte, es gäbe nun mal „alternative Fakten“. Solche alternativen Fakten haben bei einigen Medien nun auch am „Frauenstreik“ zugeschlagen.

Es grüsst

Karl Müller